Die Geschichte des Landesheimrats Bayern

2010 Beschluss des LJHA und Gründung des Ad-hoc-Ausschusses

Im März 2010 beschloss der Landesjugendhilfeausschuss die Entwicklung und Implementierung einer landesweiten, nachhaltigen und begleiteten Struktur für die Partizipation von jungen Menschen in der stationären Kinder- und Jugendhilfe in Bayern.
Zur Entwicklung eines Konzepts wurde der Ad-hoc-Ausschuss „Partizipation in der stationären Jugendhilfe“ gegründet, welcher sich im September 2010 zum ersten Mal traf. Der Ausschuss entschied früh, die Erfahrungen und Ideen von Mädchen und Jungen, die in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe leben, in seine Beratungen einzubeziehen.

2011 IPSHEIM

Vom 27. bis 29. Juli 2011 fand IPSHEIM – Initiative PartizipationsStrukturen in der HEIMerziehung dann zum ersten Mal statt. 70 Kinder, Jugendliche und ihren Betreuerinnen und Betreuern aus 30 Jugendhilfeeinrichtungen  trafen sich auf der Burg Hoheneck bei Ipsheim in Mittelfranken. Dem Ausschuss ging es bei IPSHEIM zunächst um zweierlei: Wenn neue Beteiligungsstrukturen in der Jugendhilfe geplant werden, muss im Rahmen der Planungen Beteiligung auch hergestellt werden. Des Weiteren versprach sich der Ausschuss konkrete Ideen und Anregungen für die Umsetzung des Beschlusses. Neben Kennenlernen, Spaß und Austausch waren die wesentlichen Diskussionspunkte bei IPSHEIM:

  • Was gibt es vor Ort bereits an Beteiligungsstrukturen?
  • Was klappt gut?
  • Wo sind Stolpersteine?
  • Was wollen wir in Zukunft – und wie können wir das erreichen?

2012 Abschlussbericht des Ad-hoc-Ausschusses und IPSHEIM II

Die Ergebnisse und Erfahrungen der IPSHEIM-Tagungen flossen maßgeblich in den Abschlussbericht des Ad-hoc-Ausschusses "Partizipation in der stationären Jugendhilfe" und die zugehörigen Handreichungen ein, welche vom Landesjugendhilfeausschuss im Juli 2012 beschlossen wurden.
Nach dem großen Erfolg im Sommer 2011 ging die Initiative PartizipationsStrukturen in der HEIMerziehung auf der Burg Hoheneck bei Ipsheim von 25. bis 27. Juli 2012 in die zweite Runde. 20 Jungen, 24 Mädchen und 31 Fachkräfte aus insgesamt 30 verschiedenen Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe in Bayern nahmen an IPSHEIM II teil und arbeiteten mit dem Veranstaltungsteam und mehreren Referenten drei Tage intensiv zum Thema Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Heimerziehung.

2013 Gründung einer Pilotgruppe und IPSHEIM III (Wahl des ersten Landesheimrats)

Ein weiterer wesentlicher Schritt auf dem Weg zum Landesheimrat Bayern war die Gründung einer Pilotgruppe im Rahmen von IPSHEIM II, die sich im Zeitraum November 2012 bis Mai 2013 unter Begleitung des Bayerischen Landesjugendamts vorrangig mit der Vorbereitung von IPSHEIM III und der Ur-Wahl des Landesheimrats Bayern befasste.

Die Pilotgruppe erarbeitete folgende zentrale Ergebnisse: Eine vorläufige Satzung für den Landesheimrat Bayern, eine Wahlordnung, eine umfangreiche Ideensammlung zu den Themen Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung, ein Anforderungsprofil für Kandidatinnen und Kandidaten für den Landesheimrat und die Klärung des Fort- und Weiterbildungsbedarfs der jungen Menschen und der Fachkräfte in der Pilotgruppe. Ein Wahlausschuss bestehend aus zwei Jugendlichen und zwei Fachkräften wurde gegründet sowie eine Gruppe, die im Rahmen von IPSHEIM III über die Arbeit der Pilotgruppe berichtete.

Vom 16. bis 19. Juli 2013 fand IPSHEIM III mit 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erneut auf Burg Hoheneck statt. Der Fokus der Veranstaltung lag ganz auf der Wahl des ersten Landesheimrats Bayern am 18. Juli. In geheimer Abstimmung wurden zwölf Mädchen und Jungen als Vertreter der stationären Kinder und Jugendhilfe für eine Amtszeit von einem Jahr gewählt.
Die Kinder und Jugendlichen in den stationären Einrichtungen der Erziehungshilfe haben nun eine eigene Interessensvertretung auf Landesebene.
Das vorrangige Ziel des Landesheimrats ist es, auf eine möglichst wirkungsvolle, gelebte Beteiligung in stationären Jugendhilfeeinrichtungen hinzuwirken.
Unterstützt werden sie hierbei von vier Beraterinnen und Beratern (Fachkräften aus der Kinder- und Jugendhilfe), die der Landesheimrat selbst auch an IPSHEIM wählt. Die Beraterinnen und Berater nehmen an den Sitzungen teil, begleiten die jungen Menschen zu Terminen und stehen dem Landesheimrat unterstützend zur Seite.
Eine im Landesjugendamt angesiedelte Geschäftsstelle übernimmt die verwaltungstechnischen Aufgaben, koordiniert Kontakte und organisiert die Sitzungen.

2014 Beschluss des LJHA: Einrichtung eines Beraterkreises und IPSHEIM IV

Im März 2014 beschloss der Landesjugendhilfeausschuss die Einrichtung eines Beraterkreises mit folgenden Mitgliedern:

  • Vorsitzender des Bayerischen Landesjugendhilfeausschusses,
  • 1. und 2. Vorsitzende bzw. Vorsitzender des Landesheimrats Bayern
  • 1. und 2. Schriftführerin bzw. Schriftführer des Landesheimrats Bayern,
  • Vertreterin bzw. Vertreter des StMAS,
  • Vertreterin bzw. Vertreter des ZBFS - Bayerisches Landesjugendamt,
  • Geschäftsstelle des Landesheimrats Bayern,
  • Vertreterin bzw. Vertreter der Heimaufsichten,
  • Vertreterinnen und Vertreter der Jugendämter,
  • Vertreterinnen und Vertreter der freien Träger und Verbände.

Der Beraterkreis versteht sich als unabhängiges Komitee zur Unterstützung und Durchsetzung der Rechte junger Menschen im Verhältnis zu öffentlichen und freien Trägern. Bei Bedarf und auf Anfrage unterstützt der Beraterkreis den Landesheimrat bei der Verfolgung und Durchsetzung seiner Anliegen. Es soll in den Fällen angerufen werden, in denen eine Klärung von Anliegen und Fragen im Rahmen bereits etablierter Beschwerdestrukturen, die vorrangig zu nutzen sind, nicht möglich war, nicht möglich ist, oder nach dem Empfinden des jungen Menschen nicht richtig erfolgte. Er motiviert die Jugendhilfeträger partnerschaftlich zusammenzuwirken, ist als Teil der Partizipation in der Kinder- und Jugendhilfe zu verstehen und trägt so zur Qualitätsentwicklung stationärer Leistungen bei.

Ein erstes Treffen des Beraterkreises findet jeweils zu Beginn der neuen Amtsperiode des Landesheimrats am Tag der Herbstsitzung des Landesjugendhilfeausschusses statt. Hierbei findet ein gegenseitiges Kennenlernen statt, die Agenda des Landesheimrats wird vorgestellt und gemeinsame Themen für die aktuelle Legislaturperiode können besprochen werden.


Im Juli 2014 fand IPSHEIM IV statt, der Landesheimrat hat seinen ersten Tätigkeitsbericht vorgetragen und der neue Landesheimrat wurde gewählt. Siehe IPSHEIM und Wir über uns - Der Landesheimrat stellt sich vor.
 

Tätigkeitsbericht